In der gut besuchten Veranstaltung, es waren aufgrund der Ankündigung in der Presse auch Gäste anwesend, im Johannis-Saal der Evangelischen Kirche erfuhren die Zuhörerinnen, dass die MRT neben Mammographie und Sonographie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Sie ist zusammen mit den beiden Diagnoseverfahren eine treffsichere Methode beim Aufspüren von Tumorherden in der Brust.
Prof. Dr. Schulz-Wendtland erklärte, dass bei Verdacht zunächst die Mammographie angewandt wird. Eventuell vorhandener Microkalk, der auf Tumor schließen lässt, spürt man hierbei sicher auf. Mit Ultraschall begibt man sich dann weiterhin auf die Suche nach eventuellen Krebstumoren. Ist auch dieses Ergebnis noch nicht aussagekräftig genug, wendet der Radiologe die MRT mit Kontrastmittel an.
Insbesondere bei Hochrisikopatientinnen hat sich die MRT besonders bewährt. Prof. Schulz-Wendtland erklärte, dass bei Patientinnen mit familiär gehäuftem Brustkrebs (Mutter, Schwester bereits an BK erkrankt) ein deutlich erhöhtes Risiko vorliegt, selbst einmal an Brustkrebs zu erkranken. Aus diesem Grunde ist bei diesen Frauen ein besonders engmaschiges Netz an Früherkennungsmaßnahen erforderlich. Die MRT ist hier deutlich treffsicherer, zumal wenn diese ein dichteres Brustgewebe haben. Diese Frauen sollten sich außerdem auf eine spezielle Genkonstellation hin untersuchen lassen.
Eine zentrale Bedeutung kommt der MRT u.a. auch in der Krebsnachsorge zu. Bei der Unterscheidung zwischen Operationsnarben und neuem Tumor können Mammographie und Ultraschall an ihre Grenzen stoßen.
Foto: Sabine Schütz
Die Frauen, die sich auf Tumorverdacht untersuchen lassen wollen, erhalten laut Prof. Schulz-Wendtland alle medizinisch erforderlichen Untersuchungsmethoden von der Kasse bezahlt. Wenn eine Praxis der Meinung ist, MRT müsse von den Patientinnen selber bezahlt werden, dann ist wohl etwas nicht in Ordnung und man solle sich am besten an ein zertifiziertes Brustzentrum, z.B. das Klinikum Nürnberg oder die Universitätsklinik Erlangen, wenden.
Prof. Schulz-Wendtland, ein humorvoller, offener Referent, gab der Selbsthilfegruppe abschließend noch einige aufmunternde Lebensregeln mit auf den Weg: Denken Sie positiv, essen Sie, was Ihnen schmeckt, auch ein Glas Bier oder Rotwein sei erlaubt.
Nach Beendigung des Vortrages unterhielt sich der Prof. entspannt mit den Anwesenden, die viele Fragen hatten, welche ausführlich beantwortet wurden.
Das Fazit ist:
Solche Informationsabende bauen auf, geben Mut zur Selbstbeobachtung und nehmen etwas die Angst vor diesen speziellen Untersuchungen. Denn gerade die sind oft lebensnotwendig, um eine Chance der Früherkennung dieser tückischen und lebensbedrohenden Krankheit zu haben.

Foto: Sabine Schütz
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